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Einblick ins Wägital

Kurzer geschichtlicher Exkurs

Die erste feste Ansiedlung datiert aus dem Jahr 406. Bis 1350 war das Wägital (alte Schreibweise «Wäggithal») der Grafschaft Alt-Rapperswil zugeordnet, 1480 löst es sich von Tuggen und wird politisch selbständig. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts bildeten sich die beiden eingenständigen Gemeinden Vorderthal und Innerthal. Von 1816 bis 1999 waren es auch zwei selbständige Pfarreien. Die Staumauer und die Kraftwerkanlagen wurden in den frühen Zwanzigerjahren erstellt. Bevor der See aufgestaut wurde, stand in Innerthal ein Heilbad. Das gesamte, schöne Tal wurde überflutet, die Leute umgesiedelt, die Kirche gesprengt.

Das Wägital liegt in der March. Aus dem Bezirk haben sich manche Zeitzeugen erhalten, die im Museum Rempen zu finden und der Öffentlichkeit zugänglich sind. In der Linthebene ist ein Festungswerk aus dem zweiten Weltkrieg erhalten geblieben.

Strassenbau

Der Weg von Siebnen in Wägital führte lange Zeit durch sumpfiges Gelände und war nur ungenügend befestigt. Erst 1861 konnte die Strasse fertiggestellt werden, sie führte nun durch die Schlucht und nicht mehr über den Stalden. In den Jahren 1940-1942 wurde durch internierte polnische Soldaten die Satteleggstrasse gebaut, womit erstmals eine direkte befahrbare Verbindung nach Einsiedeln bestand.

Wirtschaft

Fast die gesamte Bevölkerung des Wägitals war lange Zeit ausschliesslich in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt; ebenfalls fanden viele Einwohner auf Baustellen ein willkommenes Zusatzeinkommen. In Vorderthal gab es einige Zeit eine Spinnerei sowie bis 1935 eine Kartonfabrik. Während des Krieges wurden im Moor Turpen gestochen.

Heute ist die Firma Diethelm Aufzüge AG nebst dem Kraftwerk der grösste einheimische Arbeitgeber. Es gibt mehrere Betriebe in den Bereichen Holz, Bau und Transport. In Innerthal hat es drei Gaststätten (mit Übernachtungsmöglichkeiten im Gasthaus Stausee); in Vorderthal deren sechs. Der Bären und das (momentan geschlossene) Rössli bieten Zimmer an. Vorzügliche Wildspezialitäten werden in der «Alten Post» serviert. Einfache Unterkunft ist auf dem Campingplatz zu haben. Neu ist auch der «Schweizerhof» wieder offen und führt regelmässige Musig-Stubete durch.

Tourismus

Das Wägital ist ein Wanderparadies. Sehr oft scheint die Sonne, wenn unten noch der Nebel alles grau zudeckt. Von den Bergen ringsum – Aubrig, Fluebrig, Ochsenkopf, Zindelspitz – kann eine sehr schöne Aussicht bis weit ins Mittelland genossen werden. Das «Bockmattli» ist als Kletterparadies bekannt. Der Wägitalersee bietet auch im Sommer lauschige, schattige Stellen. Im Winter locken Skitouren rund um den Mutteristock und der Skilift in Vorderthal. Jeweils am zweiten Septembersonntag findet in Innerthal die Sennengemeinde der Bruderschaft statt. Sehr beliebt ist der See bei den Fischern. In beiden Gemeinden gibt es ein reiches Vereinsleben und viel überliefertes Brauchtum.

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Zwei Bücher zum Wägital

Rosa Schuler-Schwendeler:
Zwüsched Aubrig und Etzel;
ISBN 3-9523065-9-2

Rosa Schuler-Schwendeler:
Rund um där Aubrig;
ISBN 3-9521620-0-0